15. Mai 2018, Dienstag

08:24
59,1kg um 6:45.
Regen. Regen und latent-dezent ein Harndrang. Kein Insektenflug; die feinen Herrschaften dinieren im Restaurant, auch wenn ab und an Tischmanieren zu wünschen übrig lassen.
Ich..? Bin immer noch „gut bedient“, angenehm berauscht, regelrecht voll oder sagen wir gleich: stoned. Was für die Arbeit aber schlechte Karten bedeutet. Also gut, dass es regnet. Den Tee leeren, Kissen besorgen und dann kann ich bestenfalls zumindest vom Endprodukt träumen.

Musste mit dem Rollstuhl vom Schlafzimmer abgeholt werden… Da drängt sich mir plötzlich ein falscher Gedanke auf!!!… Der erste Anflug von Panik.

[……]

Die Strafe folgt auf dem Fuß: Blasenkrampf! Wo ich doch GERADE heute eine kleine Einlage gewählt und die Matte in die Wäsche verbannt habe… WAS FÜR EIN ZUFALL!!!…

Versuchen, zu schlafen…

17:08
Ich möchte, ich will, ich werde und ich muss mich abschießen, mir schaden. 3 Stunden Sitzung. Am Ende das Gefühl, es wäre ohnehin nichts gewiss und das dringende Bedürfnis, mich während des Gesprächs aufzuschlitzen.
Das meinem Therapeuten mitgeteilt und betont, er solle es nicht als Druckmittel verstehen, geschweige denn als Machtdemonstration. Sondern einfach nur als Arbeitsmaterial, Information darüber, was das alles gerade mit mir anstellt. Die Tablettendose liegt jetzt neben mir, auch das Fläschchen mit dem Tramadol. In der Halswirbelsäule, rechts am Schädelansatz eine Blockade. Und beinahe wie ein Witz: Die Sonne kommt jetzt raus!. Als mache sie sich über mich lustig oder müsse nachsehen, in welchem Pensum ich heute wieder versagt habe. Denn nichts und wieder nichts geleistet. Den ganzen Vormittag geschlafen und den ganzen Nachmittag Psychoanalyse. Der Tag ist vergeudet, verschwendet, Müll. Ich lerne nichts daraus. Die nächsten zwei Temesta; weil eine längst zu wenig ist. Die Sonne wird immer kräftiger und ich fühle mich regelrecht verarscht. Wie schon so oft beschrieben in den zurückliegenden Jahren, löst dieses Wetter in mir schreckliche Unruhe aus. Tabletten und Tropfen eingeworfen. Warten und hoffen. Um mich zu verletzen, ist es zu spät. Bzw. muss ich Sebastian erst wieder sicher oben in seinem Zimmer wissen, aber jetzt im Augenblick kann ich nicht vorhersehen, wann er hinten zur Eingangstür hereinspaziert kommt. Meine Rechte klimpert. Die weibliche Kohlmeise mit ihrem blutigen Gespür am Auge gefilmt. Sieht immer unappetitlicher aus. Ich habe, ich bekomme Kopfschmerzen. Während des Gesprächs die restliche Schokolade gefressen. Mindestens zwei Rippen. Mich schuldig fühlen. Nicht gemalt. Mich noch schlechter fühlen. Und eigentlich will ich wieder nur schlafen, schlafen, schlafen. Den Rausch aus meinem Körper schlafen. Kann nicht stehen, mir ist zu schwindelig. Das Gehen nicht mehr als ein mühseliges Schlurfen. Und da die Hände so oder so nicht funktionieren, bleibt mir nicht mehr übrig als Glotze oder Videoschnitt…

20:07
Mich wieder finden in einer völligen Bewegungslosigkeit. Lediglich diverse Extremitäten krümmen sich unwillkürlich unter Schmerzen. Zubetoniert. Das Notebook ließ sich kaum aufklappen. Die Sicht trotz Brille völlig verschwommen. In mir dennoch ein entscheidender Satz: „Es ist nicht genug! Es reicht noch lange nicht!“.
Nach dem Abendessen noch Tramal obendrauf. Fertig ist der Zombie. Die Augen verdrehen sich. Das könnte doch so schön sein… Aber zu allem Überfluss griff ich noch zur nagelneuen Rasierklinge. Erst 26 Schnitte lange bluten lassen. Ich hörte ihn hinten im Flur und hoffte nur, er würde das Wohnzimmer nicht betreten. Auf meinem Schoß soeben das mit Blut getränkte alte Handtuch aus Gasthauszeiten. In der nächsten Reihe ritzte ich mir… „BITTE HELFT UNS!!“. Wieder an die 20 Schnitte. Um abschließend in der dritten Reihe und kreuz und quer über die anderen Wunden hinweg nochmals mindestens 20 Schnitte zu hinterlassen.

Mein rechtes Bein beginnt zu krampfen. Ich sehe so gut wie nichts mehr. Alles an und in mir schreit nach einem heftigen Schlag, etwas Gewaltiges, das mich, meinen Körper bis auf Mark und Bein erschüttern könnte… Den Schmerz nicht aushalten. Tablettendose, ehe ich eine andere Strategie in Betracht ziehe. 2,6 mg Morphium. Von der Statistik her ein sehr hochwirksames Präparat. Mir wird schlecht. Ich sehe nach draußen, aber nichts mehr ergibt Sinn!…

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