19. September 2019, Donnerstag

8:47
Der Herbst rast vorbei. Gestern bei der Sitzung war es kalt, musste mir einen der Ponchos holen. Trotz Panik und auch Abneigung gegenüber Markus, weil er mich des Vormittages „beraubt“, war es ein sehr gutes Gespräch. Aber auch fruchtbar? Was und wie viel davon DARF ich annehmen? Ich war selbst erstaunt über meine eigene Analyse meines Traumes zuletzt. Erst recht der tiefsinnigen, mehrdeutigen Wortwahl. VIELLEICHT komme ich noch dazu, dieses „Deutungsbild nachzuzeichnen“. Sitze längst am Video, das blutige Finale, nun fehlen nur noch Musik, Intro und Abspann.

10:46
Ein einzelner Gartennazi beschallt den kompletten Graben! Was für eine Nervensäge, wortwörtlich. Und ich? Dachte, ich tue mir einen Gefallen, den Vögeln einen Gefallen und gehe zu Fuß, mit dem Rollator raus und fülle das Buffet auf… Als ich das Menü zusammenstellte, drohten meine Knie bereits unter mir wegzubrechen! Ich ging nicht raus, ich schleppte mich raus, und erst recht zurück. Völlig erschöpft unterschlagen auf den Rollstuhl zu sinken. Der Kopf voll mit Fragen: „Bin ich selber schuld? Weil ich nur noch sitze? Zu viel gesessen habe? Mich wegen dem Video überhaupt nicht mehr bewege?!“.
Der Himmel ist… Herbstlich? Die Flucht vor der Volkshilfe steht bereits fix auf dem Programm. So ich nicht erneut aufgehalten werde ist für heute eine Runde geplant, durch Ober-Henndorf. Es ist NICHTS los! So gut wie KEINE Insekten unterwegs, es ist entsetzlich. Ob ich mein Filmchen „Querbeet“ überhaupt noch fertigstellen werde, nun, da mir der Absturz des Schnittprogramms die rohe Fassung komplett zerschossen hat?! Es wird um Umweltfragen gehen, mitunter.
Also erwarte ich gar nicht, irgendetwas zu filmen vor die Linse zu bekommen. Und da macht nicht einmal das Fahren Spaß, weil es zu langsam ist. Was auch immer am Freitag auskommt, ich MUSS am Montag zu Hause sein! Ich kann und will nicht noch länger auf einen Ersatz warten müssen! Außerdem habe ich Sebastian an meiner Seite, der hoffentlich als Unterstützung taugt, mich nicht wieder kasernieren zu lassen, ich kann mir wahrlich nicht vorstellen, dass nicht bereits häufiger Patienten sich zwecks Stoßtherapie geweigert haben, nur DESWEGEN stationär zu bleiben. So eine solche noch einmal angedacht wird. So man überhaupt von einem Schub ausgeht. Oder Pech… Oder eben „progredient“…
Das Videoprogramm exportiert augenblicklich mehrere Clips von Rollstuhlfahrten für die Intro. Der Abschluss meines Filmes ist wahrlich „geschmacklos“, aber die Realität ist eben hässlich. Und ich schätze die nackte Realität. Keine Selbstdarstellung.
Darauf warten, dass das Symbol des Programmes aufhört und zu leuchten… Jetzt

Nochmals der Traum und die Analyse:

Sebastian und ich wohnten scheinbar wieder im Gasthaus. Wir hatten Besuch, von unserer Schwägerin Michi samt den drei Mädels. Aus irgendeinem Grund flüchtete ich aus dem Erdgeschoss, flüchtete schnurstracks in mein Kinderzimmer, meine Mutter verfolgte mich, sie war mir dicht auf den Fersen und ich schaffte es gerade mal so, noch die Tür direkt vor ihrer Nase zuzuschlagen. Dagegen beinahe nicht mehr, rechtzeitig abzuschließen. Die Tür war durchsichtig, sie konnte einfach durch die Tür hindurch greifen und wollte sich den Schlüssel schnappen. Ich drehte diesen noch einmal herum und zog ihn hastig aus dem Schloss, ehe sie ihn zu fassen bekam. Aber nun stand sie da, vor der durchsichtigen Tür und machte mir irgendwelche Vorwürfe. Jetzt fällt mir wieder ein, was sie gesagt hat: „Ich wünsche dir, dass es dir in deinem Leben genauso geht wie mir, dass deine Tochter genau das macht was du mit mir machst!“. In der Tat hatte sie diesen Satz einmal zu mir gesagt. Ich dachte im Traum darüber nach, ob ich ihr den Kopf werfen soll, dass ich zum Glück keine Kinder bekommen werde, weil ich wenigstens ein Gespür für Verantwortung habe, dass ich in meiner Verfassung besser keine Kinder bekommen sollte, weil ich das dem Kind nicht antun kann! Dabei ging es nicht um die MS, sondern ganz allein um die psychische Schräglage. Aber, da sie immer noch da stand, total renitent, schrie ich sie durch die durchsichtige Tür hindurch an: „Ich werde dir jetzt sagen, was mein Problem mit dir ist! Ich habe das Gefühl, dass DU mich vergewaltigt hast! Dass DU mir deine dreckige FOTZE ins Gesicht gedrückt hast!!!“. Dann rannte ich weg. So viel Spielraum ließ mein Kinderzimmer nicht. Mein Kajütenbett stand nun auf der linken Seite. Ich kletterte hinein, zum Kopfende, um mich dort gegen die Wand zu pressen. Damit sie mich dort im Türrahmen durch die durchsichtige Tür hindurch nicht sehen konnte. Dann griff ich zu meiner Rasierklinge. Eigentlich waren es gleich mehrere. Und fing an mich aufzuschlitzen. Aber es war alles zu oberflächlich, zu lächerlich, Kinderkram, auch wenn es 50 Schnitte an der Zahl waren. Zumindest mit dieser Zahl konnte ich beeindrucken, und das ließ ich sie auch wissen: „Wegen DIR habe ich mich gerade 50 mal aufgeschnitten!!“. Sie stand immer noch da und machte keinerlei Anstalten, das Feld zu räumen. Ich wiederum dachte, ich könne dieses Kinderzimmer NIE WIEDER VERLASSEN!! Sollte ich nachts die Rettung kommen lassen, wenn keiner damit rechnet, damit die mich retten und in die Psychiatrie bringen? Aus irgendeinem Grund kamen nun Michi und die Kinder zu mir ins Zimmer. Meine Mutter hatte sie gesandt, um mich wieder zur Vernunft zu bringen. Sie glaubte wohl, ich könne mich mit Michi unterhalten. Ich meinte noch zu meiner Schwägerin, ob sie nicht einen Vorhang hätte, den könnte man dann wenigstens vor die durchsichtige Tür hängen, damit ich nicht STÄNDIG mit meiner Mutter konfrontiert sei, ich sie PERMANENT sehen muss. Geschweige davon, dass sie mich sieht!

Das machte die Tatsache mit mir, dass er gestern mit ihr einkaufen war. Als sei es ein Hochverrat…

Ich hatte lauter Keksdosen rumstehen und bot den Kindern zu essen an. Tauchte da nicht irgendein Mann auf, vor der durchsichtigen Tür, und fragte, ob sie ihm den Apfel geschenkt hätten, den er da in der Hand hielt. Die Kinder bestätigen dies. Und auf einmal tauchten noch mehr Männer hinter ihm auf, die sich allesamt Zutritt zu meinem Kinderzimmer verschafften und uns die Keksdosen wegnahmen, was der erste so rechtfertigte: „Mit der Einwilligung und Bestätigung, dass der Apfel geschenkt sei, hätten wir nun das Recht alle Lebensmittel in Sicherheit zu bringen.“. Nun hatten wir nicht einmal mehr zu essen. In der Tat hatte ich überlegt, ob ich vielleicht aus dem Fenster springe, wenn ich nicht sogar meiner Mutter damit gedroht hatte…

Der Apfel… Den die Kinder angeblich diesem Mann geschenkt haben, der Apfel, der aus meinem Kinderzimmer kam, aus meiner Kindheit… Steht eigentlich für etwas „Natürliches“, „Gesundes“… „Eine gesunde Süßigkeit“. Sagen wir mal, einen kindlichen Kuss. Aber von diesem Mann, von all diesen Männern wurde dieser unschuldige Kuss fehlinterpretiert, regelrecht missbraucht. Und so nahmen sie sich einfach all diese Kekse, „ungesunde Süßigkeit“. Sagt man nicht auch, „die Sünde sei süß“? Sie nahmen diese von den Kindern, aus meinem Zimmer, aus meiner Kindheit, ungefragt. Aber, durch diesen vermeintlichen Vertrag entstand der Eindruck, wir, ich hätte unterschrieben. Wusste nichts von diesem Deal zwischen dem Kerl und den Kindern (meiner Kindheit – Amnesie). Ich sei „sozusagen selber schuld“! Und so durften sie sich nehmen, was sie wollten. Uns, mich regelrecht seelisch und körperlich ausschlachten! Missbrauchen! „Ist doch alles legitimiert“! Und so sind wir, ich zum „Verhungern“ verdammt, zum seelischen Ausbluten!!!
Wer sind diese Männer, und vor allem wer ist dieser Mann, der ihnen voraus steht? Es gibt eine Ahnung, eine Vermutung, die am wahrscheinlichsten ist. Aber nicht sein darf!

16:34
Selbstbeschimpfung.
Hasstiraden.

WOZU tauge ich noch?????

2 Hydal, 5,2mg.

Heftige Verspannungen. Der PC stürzt ab. Beim Ausflug gefroren, klapernde Zähne und eben vor Kälte noch mehr verspannt.

19:56
Panik und spastisch. Vorallem die Hände. Ein halber, liebloser Rausch, zu enig Watte, ganz zu schweigen von der Schmerzdämpfung. Ich müsste etwas essen…

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18. September 2019, Mittwoch „Aus allen Nähten!!…“

8:13

Du wirst immer fetter, du Sau!!!

Sprachlos, tatenlos dabei zusehen, wie die Zahl auf der Waage expandiert, wie ICH explodiere! Vielleicht deswegen auch das Tagebuch gemieden? Mich hinter meinem Video, der Arbeit dazu versteckt? 62,7 Kilo um 7:00 Uhr. Was ist nur los mit mir, was mache ich anders, was mache ich falsch??? Der milchgeschwängerte Cappuccino jeden Abend? ERNSTHAFT??? In der winzigen Tüte wird ja wohl kaum gleich ein halber Kilo Zucker sein! Die Milchschnitte als Nachtisch mittags??? Im Traum bekam ich einen schweren Lederschaden von den täglichen Entwässerungstabletten. Im Traum fühlte ich mich total unsicher in unserem Bett. Es stand im Haus der Besitzer meines Pflegepferdes, ein offener Raum. Die einzelnen Lattenroste rutschten immer auseinander, und ich versuchte sie mit Gurten von einem Reiserucksack zusammen zu binden. Meine Schwiegermutter war zeitgleich meine Oma, war zu Besuch, und pinkelte sich nonstop an. Darauf drückte ich ihr einen Ratgeber über Urologie in die Hand…
Es gibt nichts zu sagen, nichts festzuhalten. Wenn’s wahr ist, bekomme ich Montag meinen Ersatzrollstuhl. So lange warten?? Die schönen Herbsttage rasen vorbei, wenn ich kurz draußen bin, zerfrisst mich das schlechte Gewissen. Denn ich wäre gerne woanders, meine neue Lieblingsstrecke, aber das packt der Alte nicht, ganz zu schweigen davon, dass er viel zu langsam ist. Es macht einfach keinen Spaß mehr. Wenn man von der Sonne gekostet hat, gibt man sich nicht mehr mit der Nacht zufrieden…
Aus welchem Hut habe ich diese Weisheit gezaubert?
Beide Hände auf meinem Schoß klimpern. Der Vorteil von gleich zwei Bildschirmen? Während ich diktiere läuft die Küchenschlacht auf dem Rechten. Ein einziger Zwiespalt. Die „letzten“ Tage verplempern, im Haus, akribisch und wie besessen an meinem Film arbeitend. Aktuell habe ich es doch tatsächlich unter 2 Stunden geschafft. Mit Abspann und Intro wären wir aber wieder dort. An Stellen, wo es eigentlich nicht geplant war, kurzerhand noch mehr Animationen eingebaut. Diese fraßen mal eben drei Tage. Und es gleicht dem Malprozess, wenn ich die Reihenfolge, was ich wann malte, zu einer Geschichte verwob, die sich dann im Entstehungsvideo erschloss… Und nun erwecke ich meine eigenen Bilder tatsächlich zu leben. Meine Kreationen, meine Wesen kommen in Bewegung. Und ich gebe mich nicht mit einfachen Lösungen zufrieden. Bis ins kleinste Detail… Sagte früher schon meine Mutter, wenn ich etwas gezeichnet habe, wie detailverliebt ich sei, noch immer was zu entdecken…

Gestern Nacht die Serie zu Ende. Ein gutes Ende. Sehr authentisch die ganzen Folgen, was die Arbeit der Polizei betraf, oder das Procedere, durch das ein Vergewaltigungsopfer durch muss. Sehr empfehlenswert. Und Rachegedanken wurden auch bedient. Der Vergewaltiger bekommt eine wortwörtlich SAFTIGE Strafe aufgebrummt.
Schattenseite, nebst schlechtem Gewissen und verschwendeter Zeit, die ich draußen sein hätte können, sind heftige Verspannungen im Schultergürtel, Kopfschmerzen inklusive. Und ich kann mich nicht bewegen. Bin ich schuld, selber schuld, weil ich die letzten Tage nur noch saß? Oder saß ich ebenso viel, weil ich nicht gehen kann? Meine rechte Hand präsentiert sich augenblicklich wie vor dem letzten Cortison. Aber was will mir das sagen? Wenn doch das letzte MRT ebenfalls keinen Schub ergeben hat? Alles Einbildung, Hirngespinst? Psychosomatik?
Noch mehr klimpern, jetzt wieder bis 4. Ich muss an die Arbeit gehen, bereits 8:33 Uhr, und um 10 Sitzung mit Markus… Davor kündigt sich die nächste Panikwelle an. Ich habe die Schnauze voll, so voll!!

15. September 2019, Sonntag „Die goldene Mitte der Herbstpracht…“ TW

17:43
Kein Gewicht. Die Waage vergessen. Aber augenblicklich andere Dinge entscheidend, bzw. alles in Watte gepackt und egal. Das Morphium, Hydal 2,6 mg, holt zum Präventivschlag aus, jetzt endlich, nachdem ich meinem Magen etwas zu verdauen gegeben habe. Eine Milchschnitte. Seit dem sehr verspäteten Frühstück nichts mehr gegessen, außer einen Apfel, und von dem wurde mir schlecht. Noch mehr schlecht. Ganz kurz war ich unterwegs. Gerade mal 3 km. Es macht keinen Sinn, geschweige denn Freude. Hätte ich den anderen Rollstuhl oder zumindest den Ersatz, hätte ich bei diesem kongenialen Wetter einen großen Ausflug gemacht, wieder über Unter-Henndorf, dort, wo wir mit dem Pferd unterwegs waren, und diese Strecke ist wunderschön und beruhigt mich auf irgendeine Art und Weise. Zumindest bis ich mich dem Gasthaus nähere Der Rollstuhl ist mir zu langsam, zu unkomfortabel. Eine zu große Gefahr, weil ebenso eine Schnecke, dass man angesprochen und „festgehalten“ wird. Eines meiner Gedichte aufgenommen. Das soll das Ende des Videos markieren, in etwa wie auf meiner alten Homepage geschrieben steht, etwas modifiziert, da das Thema Persönlichkeitsstörung jetzt ad acta gelegt wurde: „Selbstzerstörung in Versform“. Wird gelegt über ein festgehaltenes Massaker.
Was wollte ich sagen, was diktieren, festhalten?
Oben am Hügel angekommen beobachtete ich ein Eichhörnchen in einer großen Buche. Vielleicht war es auch eine Eiche, ich kann es nicht erkennen. Dann war der Akku der Kamera leer, wollte ihn wechseln. Um mit meiner eigenen Unfähigkeit knallhart konfrontiert zu werden. Der Volle fiel mir insgesamt sechsmal aus der Hand. Nicht in der Lage, ihn an der Kamera zu montieren. So kam es auch, dass ich 10 Minuten später in dem einsamen Waldstück ebenso nicht in der Lage war, SCHON WIEDER den rechten Daumen zu opponieren, um damit das Ventil meines Katheterbeutels zu öffnen und diesen, bevor er platzt, zu entleeren.
Bei den 2 Stunden Videoschnitt überlastet? Zu heiß die vielleicht 15 Minuten auf der Terrasse?
Alles Schall und Rauch. Leidenschaftslose Ausreden.
WARUM drei Wochen Abstand, bis das Medikament gegeben werden sollte? Obwohl ich selbst daran nicht glauben kann, der Termin um 12:30 Uhr, viel zu spät, da da wird mir keiner mehr den neuen Stoff anhängen, das scheint schon in Stein gemeißelt! Selber schuld, weil ich das mit der oralen Cortisontherapie nicht durchgezogen habe? WAS???!!!
Als ich nach dem Frühstück/Mittagessen bei der Endkorrektur meines Mammutprojektes saß, und im Gegensatz zu gestern, als es den ganzen Tag grau und trüb war, die Sonne schien, ein prächtiger Herbst, warf ich mir selbst unablässig vor, alles in die Tonne zu treten. „Warum trainiere ich nicht?!!“. Und zeitgleich versuchte ich mich zu rechtfertigen, vor mir selbst in Schutz zu nehmen: „Ich kann ja kaum die Maus bedienen, kaum klicken, tippen!! Wie soll ich da gehen können?!“.
Es fruchtete nicht.
Den wichtigsten Teil in meinem Traum heute Nacht vergessen. Abends eine neue Serie gekuckt, „Unbelievable“, auf Netflix. Da ist „Tote Mädchen lügen nicht“ ein Dreck dagegen! Natürlich geht es wieder um Vergewaltigung und wie der Titel es regelrecht vorausschreit, wird dem Opfer nicht geglaubt!
Sie sagt zu einer Freundin, gute und schlechte Pflegemütter gehabt zu haben. Und jene, die direkt nach der Vergewaltigung als erste bei ihr war, sei eine der schlechten Sorte. Und GENAU diese Frau wird zur Verräterin, ruft die Polizei an, teilt dieser mit, wie schwierig sie in ihrer Jugend gewesen wäre. Noch bevor irgendetwas gesagt wurde, wie ich sie wieder am Tisch sitzen sah, kochte in mir eine unbändige Aggression hoch. Mein Magen kochte über und wieder fühlte es sich so an, als würde sich die Magenschleimhaut in Flammen ablösen. Ich dachte, ich bekäme den nächsten Flashback, die nächste dissoziative Absenz! Und warum? Weil sie für mich der Inbegriff MEINER Mutter war. Ich sah MEINE Mutter dort sitzen. Und so nimmt das Elend seinen Lauf. Als das Opfer wieder mit der Polizei konfrontiert ist und diese sie sowas von in die Mangel nimmt, man ohne sich gross auskennen zu müssen erkennen kann, dass sie dissoziiert. Völlig überfordert ist. Wunderbar dargestellt, wie es ist, zumindest eine posttraumatische Belastungsstörung zu haben. Doch die beiden Agenten haben keine Ahnung von den Symptomen. Und dann sagt doch tatsächlich das, was die Beiden hören wollen. Dass es eine Lüge sei. Mir war nach Weinen. Erst recht, als sie an einer hohen Brücke über das Geländer klettert und zu springen droht. Und erst recht, als sie verzweifelt versucht zurückzunehmen, was sie gesagt hat, zu erklären versucht, warum sie es gesagt hat und keiner glaubt ihr. Zorn und unbändige Trauer kochten in mir hoch.

Nachdem ich das Morphium geschluckt hatte, wollte ich mich wieder verletzen. Aber ließ es sein. Warum? Weil ich dann die schwarze Stulpe komplett eingesaut hätte? Keinen Verband, kein Klopapier mit?
Und prompt erfasst mich Panik und macht diesen Moment, diesen Rausch unverzüglich kaputt!

19:28
Hunderte Stunden!!!! MAGIX hat mein Filmprojekt KOMPLETT zerschossen!!! Sebastian hockte jetzt locker mal eben 1 Stunde an meinem Tisch und klickte sich durch den Wahnsinn. Das BESCHISSENE Programm war der Meinung, jede zweite Filmdatei nicht mehr zu finden, und das waren mal eben locker 1000 insgesamt!! Hätte er es nicht gemacht… Ich benötigte für jede einzelne Datei mal locker 10-20 Sekunden, ehe ich fertig geklickt hatte!! Nein, vom Morphium merke ich nichts mehr! Und ich habe das dringliche Bedürfnis, jetzt erst recht, Taten folgen zu lassen!!! DAS ist nicht fair!!! Augenblicklich bin ich auch wieder mal, oder mein Körper, ZU DÄMLICH einen der leeren Akkus ins Plagiat-Aufladegerät zu stecken! Habe ich erzählt, dass ich den fünften Akku, obwohl ich ihn erst vor zwei oder drei Wochen endlich wieder entdeckt hatte, er war seit der Reha verschwunden, wohl erneut verschmissen habe?! Und jetzt, zu allem Überfluss, funktioniert die Tastatur plötzlich nicht mehr!!! Mir fehlt die Luft!!! Er ist wieder nach oben gegangen, wird dort mit Sicherheit die nächsten 20 Minuten verbleiben, ich „sicher“. Mir eines meiner besudelte Tücher besorgen…
So es durch das ehemalige Geschirrtuch sickert, wie zuletzt, wird mich die schwarze Stoffhose wenigstens nicht verraten! Meine schwarze Blechdose mit dem weißen Katzenkopf darauf, die Büchse der Pandora öffnet sich, noch alles voll Blut vom letzten Mal. Mir den Arm noch nicht gewaschen. Noch ein Morphium, weil mich die rot-weiße Kapsel neben den ganzen alten, besudelten Rasierklingen so anlächelt.

Bei jedem Schnitt denke ich: „Mein Leben ist scheiße!!“.
Klar! Ich habe einen tollen Partner, keine finanziellen Sorgen, ein eigenes Haus usw. und so fort… Aber mein Körper ist Schrott!!!
Na wenigstens ist er gut durchblutet, bekam regelrecht eine Hitzewallung vor Ärger und Verzweiflung zuvor. Und das, obwohl ich eine Entwässerungstablette konsumiert habe. Der Fleck wird größer und größer. Aber auch diese Wunden werden keine Spuren hinterlassen. Also gleich zu den nächsten Schlägen ausholen. Im roten Beutel hinter mir am Rollstuhl noch die beiden nagelneuen Packungen. Gibt Sicherheit. Dann versiegt zwar nicht mein Hass, aber das Blut. Wie viele Schnitte waren es? Sechs? Nochmals 10 quer darüber. Das Blut gerinnt unter meinem Arm. Das war es wohl schon wieder. Aber die sich kreuzenden Ventile werden wenigstens brennen. Hoffe ich zumindest! Unterdes verstreicht die Zeit… Ich bin so beschissen!!
Die schwarze Stulpe über die kläglichen Rinnsale streifen. Meine Rechte besudelt. Das schwarze Kleid hindurch sickert ein dicker Tropfen und hinterlässt Spuren auf meinem fetten Bauch.

14. September 2019, Samstag

13:26
Mein Schneidezahn oben bricht immer mehr auseinander, seitdem die Kunststoffblende eine Fliege gemacht hat. Und ich bis dato zu blöd, mir einen Termin bei der Zahnärztin zu besorgen! Weil ich ja eben erst vor kurzem dort war…
Gestern Abend war es 21:19, als ich wegtrat. Wir saßen beide auf dem Sofa und ich keuchte ihm noch entgegen, gleich nicht mehr ansprechbar zu sein, in einer Dissoziation abzusaufen. Und da ich das auszusprechen geschafft hatte, kommentierte ich auch währenddessen, was mit mir passiert. Was genau sagte ich? Irgendetwas zur Qualität der Übelkeit, des Druckes in meinem Magen, auf meinen Magen, als läge etwas Schweres auf mir. Ich dachte ja, ich müsse mich übergeben. Heute immer noch das Gefühl, in Dauerschleife, nicht ganz anwesend zu sein. Erst recht nach diesem Traum…
Sebastian und ich wohnten scheinbar wieder im Gasthaus. Wir hatten Besuch, von unserer Schwägerin Michi samt den drei Mädels. Aus irgendeinem Grund flüchtete ich aus dem Erdgeschoss, flüchtete schnurstracks in mein Kinderzimmer, meine Mutter verfolgte mich, sie war mir dicht auf den Fersen und ich schaffte es gerade mal so, noch die Tür direkt vor ihrer Nase zuzuschlagen. Dagegen beinahe nicht mehr, rechtzeitig abzuschließen. Die Tür war durchsichtig, sie konnte einfach durch die Tür hindurch greifen und wollte sich den Schlüssel schnappen. Ich drehte diesen noch einmal herum und zog ihn hastig aus dem Schloss, ehe sie ihn zu fassen bekam. Aber nun stand sie da, vor der durchsichtigen Tür und machte mir irgendwelche Vorwürfe. Jetzt fällt mir wieder ein, was sie gesagt hat: „Ich wünsche dir, dass es dir in deinem Leben genauso geht wie mir, dass deine Tochter genau das macht was du mit mir machst!“. In der Tat hatte sie diesen Satz einmal zu mir gesagt. Ich dachte im Traum darüber nach, ob ich ihr den Kopf werfen soll, dass ich zum Glück keine Kinder bekommen werde, weil ich wenigstens ein Gespür für Verantwortung habe, dass ich in meiner Verfassung besser keine Kinder bekommen sollte, weil ich das dem Kind ich antun kann! Dabei ging es nicht um die MS, sondern ganz allein um die psychische Schräglage. Aber, da sie immer noch da stand, total renitent, schrie ich sie durch die durchsichtige Tür hindurch an: „Ich werde dir jetzt sagen, was mein Problem mit dir ist! Ich habe das Gefühl, dass DU mich vergewaltigt hast! Dass DU mir deine dreckige FOTZE ins Gesicht gedrückt hast!!!“. Dann rannte ich weg. So viel Spielraum ließ mein Kinderzimmer nicht. Mein Kajütenbett stand nun auf der linken Seite. Ich kletterte hinein, zum Kopfende, um mich dort gegen die Wand zu pressen. Damit sie mich dort im Türrahmen durch die durchsichtige Tür hindurch nicht sehen konnte. Dann griff ich zu meiner Rasierklinge. Eigentlich waren es gleich mehrere. Und fing an mich aufzuschlitzen. Aber es war alles zu oberflächlich, zu lächerlich, Kinderkram, auch wenn es 50 Schnitte an der Zahl waren. Zumindest mit dieser Zahl konnte ich beeindrucken, und das ließ ich sie auch wissen: „Wegen DIR habe ich mich gerade 50 mal aufgeschnitten!!“. Sie stand immer noch da und machte keinerlei Anstalten, das Feld zu räumen. Ich wiederum dachte, ich könne dieses Kinderzimmer NIE WIEDER VERLASSEN!! Sollte ich nachts die Rettung kommen lassen, wenn keiner damit rechnet, damit die mich retten und in die Psychiatrie bringen? Aus irgendeinem Grund kamen nun Michi und die Kinder zu mir ins Zimmer. Meine Mutter hatte sie gesandt, um mich wieder zur Vernunft zu bringen. Sie glaubte wohl, ich könne mich mit Michi unterhalten. Ich meinte noch zu meiner Schwägerin, ob sie nicht einen Vorhang hätte, den könnte man dann wenigstens vor die durchsichtige Tür hängen, damit ich nicht STÄNDIG mit meiner Mutter konfrontiert sei, ich sie PERMANENT sehen muss. Geschweige davon, dass sie mich sieht!

Das machte die Tatsache mit mir, dass er gestern mit ihr einkaufen war. Als sei es ein Hochverrat…

Ich hatte lauter Keksdosen rumstehen und bot den Kindern zu essen an. Tauchte da nicht irgendein Mann auf, vor der durchsichtigen Tür, und fragte, ob sie ihm den Apfel geschenkt hätten, den er da in der Hand hielt. Die Kinder bestätigen dies. Und auf einmal tauchten noch mehr Männer hinter ihm auf, die sich allesamt Zutritt zu meinem Kinderzimmer verschafften und uns die Keksdosen wegnahmen, was der erste so rechtfertigte: „Mit der Einwilligung und Bestätigung, dass der Apfel geschenkt sei, hätten wir nun das Recht alle Lebensmittel in Sicherheit zu bringen.“. Nun hatten wir nicht einmal mehr zu essen. In der Tat hatte ich überlegt, ob ich vielleicht aus dem Fenster springe, wenn ich nicht sogar meiner Mutter damit gedroht hatte…

Der Traum lässt mich sprachlos zurück. Und hält mich in einer Derealisation gefangen. Die klassischen Schleifspuren einer dissoziativen Absenz. Oder einfach nur der erhöhten Menge Tramal abends wegen?

13. September 2019, Freitag

8:06
61,8kg. Ich kapier‘ s nicht. Und eine böse Vorahnung… Zumal ich nicht tippen kann… Nämlich dass ich nach Ende der Küchenschlacht stante pede mit dem Kopf auf den Tisch knallen werde, um unverzüglich einzuschlafen. Ich habe gut geschlafen heute Nacht, was soll das? Aber mein ganzes System ist fertig, nicht gehen, nicht stehen, nicht die Arme benutzen… Schon wieder! Ich fühle mich nicht fähig, aufzustehen und die Butter zurück in den Kühlschrank zu verfrachten. Weil ich dazu den Rollator nehmen müsste, der Rollstuhl mit der Heizdecke fix am Tisch verbaut. Tja, Butter, tut mir leid!

Da ich soeben auf‘ s Headset umgestiegen bin und das trotz Küchengeflüster gut funktioniert, noch zu der Causa ein paar Worte. Ich mache doch nichts anders als 2013. 3 Mahlzeiten und dazwischen keine Kohlenhydrate. Aber mein Gewicht wird mehr und mehr und wieder bin ich sprachlos und zum tatenlosen Zusehen verdammt. Ich weiß nicht, was ich noch anders machen soll, wenn NICHTS zu Essen auch keinerlei Effekt auf das Gewicht hat?! Außer meinen Blutzucker dermaßen durcheinander zu bringen, dass ich die ganze Zeit kotzen muss. Beim Video bin ich am Ende angekommen. Und überlege, ob ich das bereitgelegte Material tatsächlich verwende. Jetzt schon wissend, wie viele negative Bewertungen auf mich herein prasseln werden. Die Situation wird drastischer, und genau deswegen wähle ich drastischeres Bildmaterial! Der ganze Film wird übersät sein mit Triggerwarnungen. Ein furioses Ende, sehr blutig, soviel sei verraten. Aber das bin ich, das ist mein Leben und das will ich nicht länger verstecken. Analysieren: Worum geht es tatsächlich? „Dass meine Mutter es sieht, wahrscheinlich.

Als ich gestern nach meiner Flucht nach Hause kam, wurde ich gleich wieder zornig. Hatte doch extra einen Zettel an die Eingangstür geklebt, dass die Damen es zu unterlassen haben, die Katzen zu füttern. Und was sehe ich, noch vor Betreten des Hauses? Die Näpfe wieder bis oben hin gefüllt. Im Haus dann wieder viele Sachen falsch oder nicht gemacht. Es ist unfair von mir, selber schuld, warum bleibe ich auch nicht zu Hause und mache eine klare Ansage? Andererseits denke ich mir, hätte ich EINE Putzfee, müsste ich es auch nur EINMAL sagen, die wüsste dann Bescheid. Aber so kommt jedes Mal wer anders. Der Gedanke setzt mich schon unter Stress.

18:03
Den Vormittag verpennt, und dann zu Tode erschrocken, als Sonja vorm Fenster stand, hatte ich sie in der Tat schon wieder vergessen, obwohl ich beim Eintragen in meinen Kalender doch den Eintrag gesehen habe.
Spätnachmittags dann auf die Reise gegangen, Richtung Jennersdorf. Sebastian wollte sich dort mit meiner Mutter treffen, sie benötigte seine Hilfe beim Einkauf. Die ganze Fahrt machte schon keinen Sinn, bei dieser Langsamkeit wegen, zumal der Rollstuhl vergleichsweise total unkomfortabel ist. Und dann, schlagartig depressiv. Nichts macht mehr Sinn, erst recht nicht ich oder mein Leben. Insofern gleich bei Wiederkehr ins Wohnzimmer mit der Rasierklinge unter meinem Tisch geliebäugelt. Da fällt mir ein, ich wollte ja eines meiner Gedichte aufnehmen und über das blutige Ende legen. Ich will mich vollfressen. Vollstopfen. Dabei läuft die Erinnerungsmaschinerie ungefragt weiter und die Erinnerungen, die da auftauchen, machen aus irgendeinem Grund noch depressiver. Meinem Körper ist doch ohnehin scheißegal, ob ich wenig oder viel besser, erscheint aktuell beschlossen zu haben zuzunehmen! Ich bin eine fette Drecksau! Fertig!
Letztens, als Sebastian meinem kaputten Rollstuhl hoch zu meinen Eltern wuchtete, hatte mein Vater erzählt, beeinflusst gesehen zu haben. „Ich wollte eigentlich stehen bleiben, aber…“, und darauf sei es meine Mutter gewesen, die im riet, dies besser sein zu lassen, das würde mir nicht gefallen. Aber darauf er: „Das ist doch mir wurscht!“. Also bin ich ein rechentechnisch auf vor ihm nicht sicher! Wo soll ich denn dann jemals noch hinfahren können? Wenn ich ständig damit rechnen muss, einem der beiden über den Weg zu fahren?!

Aber das ist wohl nicht der Grund für meine Depression. Eher, dass der Sommer vorbei, verschwendet ist? Die Zeit weiter rennt, ich warten muss? Weil mein neuer Rollstuhl weg ist, auf unbestimmte Zeit? Weil ich ALLES verpasse? Bereits verpasst habe? Weil mein Zustand sich wieder derart drastisch verschlechtert hat? Nichts mehr übrig ist von dem bisschen Euphorie, was das Spazierengehen betraf? Weil ich den Vormittag verpennt habe und gleich nach meiner Fahrt, kaum saß ich im Auto bei Sebastian, wieder einschlafen hätte können??
Mich gestern verletzt 14 Schnitte mit einer neuen Klinge. Kleine Blutlache und warum? Weil beschissener Körper der Meinung war, mich wieder anzupissen! Und jetzt meinte, den Ischias wieder für sich entdeckt zu haben, ich kann nicht sitzen ich dachte, heute Abend vielleicht noch einmal loszufahren, um das Abendrot zu filmen, aber augenblicklich macht auch das überhaupt keinen Sinn mehr. Alles ist leer und tot. Ich will, ich kann nicht mehr… Mich an meinen milchgeschwängerten Cappuccino klammern… Das Morphium läge griffbereit vor mir. Aber vom Rausch gestern hatte ich auch nichts, weil ein entfernter Nachbar ich zu mir gesellte und wir sicherlich über 1 Stunde getratscht haben…

12. September 2019, Donnerstag „Im Arsch!“

11:56
62,2 Kilo um 6:45 Uhr!
Hatte ich schon wieder ernsthaft gewagt zu hoffen??!!!
Ich wollte Sebastian entgegengehen, und schaffte es doch nur bis ins Badezimmer und kaum noch zurück. Um mich dann mit diversen liegen gebliebenen Aufgaben ab zu quälen! Der Spaziergang gestern war schon eine Trauervorstellung… Und wo bin ich jetzt? In exakt demselben Zustand wie vor der letzten Stoßtherapie. Nicht Stehen, nicht Gehen, Arme nicht Heben usw. und so fort. Wenn man mich fragt, ich wäre felsenfest davon überzeugt, Fieber zu haben. Aber das Thermometer weiß es besser, 36,1 °C, obwohl mein Schädel zu glühen scheint. Dabei sind die Fluchtpläne schon längst erdacht. Wo genau ich hinfahre, weiß ich nicht. Vielleicht hoch in den kleinen Wald, erneut fehlt einer meiner Kameraakkus, und dort hatte ich ihn zuletzt gesehen oder besser gesagt in der Hand. Und angesichts dieses plötzlichen Zusammenbruchs habe ich nichts Gutes im Sinn. Schon allein der Tatsache wegen, ERNEUT aus meinem EIGENEN Haus flüchten zu müssen!

Mich kotzt alles an!!! Da versiegt die Freude über die entstandenen Animationen in meinem Film. Nichts freut mich. Meine schwarze Blechdose einpacken; die werde ich wohl brauchen. Und wohl besser auch eine Stulpe.

10. September 2019, Dienstag „Bewusstwerdung…“

8:38
Gestern waren es noch 60,6 Kilo 7:00 Uhr, dank Entwässerungstablette. Wieder stand ich im Bad, frei, putzte meine Zähne und sorgte dafür, meine spärlichen Ressourcen zu verbraten. Und dann dachte ich noch, allen ernstes, ob das rote Kreuz auch Sturzberichte schreiben muss wie die Schwestern im Krankenhaus… Um wenige Sekunden später umzukippen, die Füße auf dem Boden und der Kopf hatten locker 70 cm Abstand, mit dem Rücken am Waschbecken lehnend, unfähig, mich wieder aufzurichten, und mir blieb nichts anderes übrig als mich langsam nach unten rutschen zu lassen, bis sie auf dem Boden landete. Zum Glück mir dabei nicht noch den Schädel am Waschbecken stoßend. Dort saß ich dann, unter besagtem Waschbecken, eine geschlagene Dreiviertelstunde, ehe meine Retter in Rot endlich ankamen, und zum Glück hatte ich davor die Eingangstür geöffnet. In Fürstenfeld die erste Ansage: „So einen Test machen wir hier nicht! Ohne Überweisung schon gar nicht! Das muss der Hausarzt machen!“. Dann wurde sich rückversichert, erst mit dem Arzt und dann mit Feldbach telefoniert, und am Schluss sollten nun lediglich Elektrolyte und Eisenstatus gemessen werden, denn (Zitat) „alles andere hätte man in der Neurologie bereits gemacht“. O. k.? Und ich zweifelte daran, was ich schon wieder für Stuss am Telefon verstanden haben muss, aber Sebastian gab mir abends recht, meine Ärztin hat in der Tat gesagt, man solle die Antikörper auf Hepatitis überprüfen lassen! Aber wegen den anderen beiden Werten hätte ich mir den Vormittag sicherlich nicht angetan, das wäre es mir nicht WERT gewesen. Zumindest eine kleine Erleichterung: Nein, ich habe kein Hepatitis!!! Was für ein Schwachsinn… Aber dafür verbrachte ich den gesamten Vormittag in der Ambulanz, ich schlief dort im Sitzen im Rollstuhl. Um dann noch kurz vor Abholung ins Gespräch zu kommen mit anderen Patienten, die meinten, mich noch zu kennen, und NATÜRLICH sich nach dem Befinden meiner Mutter erkundigen mussten… Ich zuckte mit den Schultern: „Sie lebt so vor sich hin…“. Nein, eigentlich STIRBT sie die ganze Zeit vor sich hin. Neue Totenzettel auf ihrer Facebookseite. Da hatte es einen tragischen Unfall gegeben, ein junger Mann hatte die Schrotflinte des Großvaters, in dessen Haus sie wohl gezogen sind, von der Wand montiert, diese war aber geladen, aus Versehen ging ein Schuss los, der seine junge, schwangere Freundin genau ins Gesicht traf. Was macht meine Mutter, weil sie „die“ NATÜRLICH schon wieder kennt (glaubt sie zumindest)? Der Totenzettel muss auf ihre Seite, vermutlich wieder mit dem Satz „Wir trauern um…“!!!
Wenn die Leute wüssten! Dass ich keinen Kontakt habe, dem Kontakt wie einer Krankheit aus dem Weg gehe…

Prompt brüllte ich sie im Traum wieder an, belegte sie mit Sätzen wie „Halt die Fresse!!“ und „Verpiss dich!!“, wollte sie aus unserem Haus jagen, aus meinem Leben jagen. Aber sie war renitent. Und schlussendlich war wieder ich auf der Flucht vor meinen Eltern…

Was mir gestern bewusst wurde, zumal ich in der Wartezeit mir mein neues Buch „Giftige Eltern“ vorlesen ließ… Meine Panik, wenn Sebastian nach Hause kommt… Das könnte vielleicht darauf zurückgehen, dass ich zu Schulzeiten sehr früh aufgestanden war und es mir zugleich sehr wichtig, diese essenziellen Minuten beim Frühstück allein zu sein. Und es für mich eine absolute Belastung war, wenn mein Vater ebenfalls früher aufstand und sich zu mir an den Tisch setzte. Dazu Sebastian: „Also davor hatte ich früher auch Angst, weil man sich neben ihm einfach nur unwohl fühlte. Was sollte man mit ihm reden? Er war auch noch nicht so gesprächig!“. Als hätte er mich meine gesamte Kindheit durch verprügelt!! Jeder seiner Sätze, alles was er sagt, birgt für mich in sich eine potentielle Gefahr!! Als würde, wenn die Stimmung plötzlich umschlägt, ein brutales Donnerwetter auf mich hereinbrechen. Aber es waren doch nur Worte…
Und die Sache mit der Volkshilfe… Ja, es ist so, als würde ich meine Mutter ins Haus lassen, die dann für mich putzt und alles anders macht, als ich es eigentlich will… Mich vereinnahmt, mich frisst mit Haut und Haar!

Um 13:30 Uhr kamen wir zurück. Ich schnappte mir die beiden Herren, ließ mich gleich ins Wohnzimmer fahren und direkt in meinen Rollstuhl setzen, den jüngeren bat ich sogar mir eine neue Flasche Wasser aus dem Kühlschrank zu holen. Um hinter der Rettung her sofort das Haus zu verlassen!! Wie ein gehetztes Tier, nicht wissend, wann das kleine rote Auto hinten die Auffahrt hochfährt und jemand in der Tür erscheint: „Hallo?!“… Während ich das diktiere bekomme ich Herzrasen!! Weg, weg, weg!!! Zweieinhalb Stunden war ich unterwegs, stand im Regen mit meinem Becher Milchreis. Auf der Heimfahrt klapperten mir die Zähne. Und dann hielt ich abrupt in der Einfahrt. Habe ich Visionen, Halluzinationen? Da oben, ich sah ganz deutlich das Heck des roten Volkshilfeautos! Bekam Herzrasen, wurde zornig, wütend, aggressiv, und hatte doch meine kleine Dose nicht mit. Dann am Überlegen… Was mache ich jetzt? Weiter frieren oder ins Haus, tief durchatmen? Ich sah noch mal hoch zu unserer Autoscheune… VERDAMMT! Das war kein Auto, das war die rote Klappe unserer Papiertonne!!! Ganz langsam rollte ich die letzten Meter den Hügel hoch und konnte erst wieder Luft holen, als ich auf unserem nagelneuen Asphalt einen trockenen Fleck sehen konnte. Sie war da, und noch entscheidender: Sie ist wieder weg!!! Und dann fing ich undankbares Miststück schon an zu meckern.. Weil ich bin ja selber schuld, wenn ich nicht da bleibe und ihnen genau sage, was sie tun sollen und was nicht!! Beinahe wie zu erwarten die beiden Katzennäpfe wieder prall gefüllt! Erst letztens hatte ich der anderen Dame mitgeteilt, sie solle dies unterlassen: „Unsere Mädels bekommen morgens und abends was zu fressen!!“. Im Haus ging mein Gemotze weiter. Bin ich einfach nicht zufriedenzustellen? Für mich ist das Betreten und Putzen und Räumen im MEINEM Haus (meinem Körper) ein äußerst intimer Akt! Und jedes Mal kommt wer anders, und jedes Mal weiß diejenige Person nicht was die vorherige weiß! Sebastian hat immer noch nicht den Zettel ausgedruckt, auf dem wir eine Hausfee suchen. EINE! Die sich dann ja merken sollte, wie es hier im Haus abzulaufen hat!

Wieder klimpern beide Hände. Kopfschmerzen. Wie gewohnt von Sonntag auf Montag wenig und sehr schlecht geschlafen. Und irgendwie den Eindruck gewinnen, diesen Schlaf noch nicht nachgeholt zu haben… Und mein Gewicht, ohne Entwässerung? 61,6 Kilo…

18:18
Wie ein Verbrecher…
…So schlich ich mit dem Rollstuhl am Nachbarshaus vorbei, so hetzte ich zum Drogerieladen..

Nach dem Mittagessen wollte ich endlich spazieren gehen. Erwies sich als kleine Katastrophe. Ich war so unbrauchbar, vermochte ja vormittags nicht einmal das linke Rad meines Rollstuhls zu entsperren. Also erlaubte ich mir gleich auf meinem Tisch ein Schläfchen zu machen. Als hätte ich einen Wecker eingebaut wachte ich pünktlich um 11:15 Uhr auf, jetzt wollte ich eigentlich losgehen, Sebastian entgegengehen… Aber mir war nicht danach, ich fühlte mich nicht danach, wollte weiterschlafen, was mir aber verwehrt blieb stattdessen lag ich mit geschlossenen Augen wach, nervös und klimpernd auf meinem Arbeitsplatz.

Was ich bei meinen Ausführungen zuvor vergessen habe… Was hat meine Mutter mit mir gemacht? Es wird ja wohl kaum SO traumatisierend und gewesen sein, wenn ich früher mit ihr spazieren war, ich liebte diese Spaziergänge im Abendrot, und sie mir von FRÜHER erzählte, wer sich da oder dort umgebracht hätte, wer hier oder dort einen tödlichen Unfall gehabt hätte als Kind erfüllt einen das er mit einem gruseligen Schauer. Und auf so viele Beerdigungen hat sie mich dann doch nicht mitgeschleift. Aber in der Tat, waren wir oft am Friedhof spazieren und sie erzählte mir, wer da läge und wie er zu Tode gekommen sei. Was wiederum für mich schlimm war, ihre Kaufsucht! Und dass ich ernsthaft dachte, sie würde das ganze Geld ausgeben und wir müssen verhungern. DAS war für mich eine Katastrophe, zumal wir hier gleich beim Kapitel der Parentifizierung wären! Ich wurde in eine Erwachsenenrolle gezwungen, sah mich genötigt, auf sie aufzupassen! Aber unterm Strich reicht das eben auch nicht aus… Oder alles zusammen und dann hat eben noch jemand nach einem Missbrauch zu mir gesagt, davon darf ich ihr nichts erzählen, sonst stirbt sie?!

Des weiteren das Angebot, dass sie Emma, unserer Nachbarin gemacht hat. Mit ihr einkaufen zu fahren, ihr Sachen zu holen und zu bringen… Denkt sie nicht mit? Oder war das eiskaltes Kalkül? Na das hätte ich noch gebraucht!! Dass sie die ganze Zeit hier mit dem Auto herumfährt!!!

Wie ein Verbrechen…
Um 17:00 Uhr waren wir beim Supermarkt verabredet. Aber ich hatte noch Pläne. Hatte mich noch einmal auf den Weg zum Drogeriemarkt gemacht, quer durch die Stadt, in der die Läden allesamt nicht behindertengerecht sind. Aber dieser hatte doch tatsächlich eine Glocke neben dem Eingang, und diese betätigte ich. Und wer hatte Dienst, saß an der Kasse? Meine Schulkollegin! WIE VIEL weiß sie von mir, über mich??? Sie verstand auch erst nicht, was ich haben möchte, dachte, ich will Rasierer kaufen… „Nein, RasierKLINGEN!“. Als sie mir diese reichte wartete ich bereits auf einen Kommentar, erst recht, nachdem ich bei gleich zwei Packungen geordert hatte. Aber sie sagte nichts, stattdessen unterhielten wir uns über beiläufige Dinge…

Damit ER sie nicht sieht, habe ich sie mir in den roten Stoffbeutel hinten am Rollstuhl packen lassen. Denn mein Vorrat ist mittlerweile zur Neige gegangen. Aber nun habe ich ja wieder 20 nagelneue Seelentröster…

8. September 2019, Sonntag „Körperwelten…“

13:12
Ich muss schon den ganzen Tag an meine Überdosis denken. Die Ersthelfer, der Notarzt… Versuchen und sollten sich auch abgrenzen. Aber was muss es bedeutet haben, unser Haus zu betreten, mit der Information, es handele sich um einen Selbstmordversuch mit Tabletten, noch dazu kennt man den Bruder, der auch vor Ort ist, und bekommt hier die Tür geöffnet, um sogleich mit dieser „monströsen Galerie“ konfrontiert zu sein, die einen sofort in sich hineinsaugt, ob man fragt oder nicht, ob man will oder nicht… Scheißegal, wie professionell man sein will, wie sehr man in einem Tunnel steckt…

Es ist scheiße! Ich dachte es ginge mir besser. Ich dachte, der Durchhänger gestern hätte mit dem Wetter zu tun, meine Psyche nicht begeistert, bei Regenwetter im Haus eingesperrt zu sein. In der Tat stand ich beim Zähneputzen. Aufrecht und ohne mich festzuhalten. Aber damit habe ich mich bereits wieder abgeschossen, die ersten Schritte zur Tür hinaus ließ mich wissen, dass ich meine Pläne begraben kann, dass ich besser gleich wieder umkehre. So schleppte ich mich zurück an meinen Tisch, den ich ehrlich gesagt sowieso nicht verlassen wollte, schon wieder gefangen in meiner Arbeit.
2 Stunden oder 3 Stunden für eine Animation, nicht länger als 15 Sekunden? Es muss alles richtig sein, es muss alles sitzen, es darf keine Schnitzer haben!
Und so wird es heute weitergehen. Dabei dachte ich im Bett noch es sei Montag, bereits voller Panik der Volkshilfe wegen, erdachte Fluchtpläne, wo ich hinfahren könnte, erinnerte mich daran, dass ich noch Blut abnehmen lassen muss, bekam noch mehr Panik…

Gestern, auf der Suche nach meiner Dose, griff ich hinter mir in die Rollstuhltasche, blind, wühlte darin herum, fand die Blechdose nicht und schnitt mir doch tatsächlich den Zeigefinger auf…
„Ach da ist die Klinge, die ich vor zwei Tagen gesucht habe! Wie kommt sie denn bloß da hin?!“.
Und dabei blieb es. Das bisschen Blut… „reichte wohl schon“.

Hatte ich erzählt, die letzten Tage weit über 61,5 Kilo gewogen zu haben?
Und da sind es heute doch tatsächlich 60,1! Also war es nicht gelogen, bei Frage nach meinem Gewicht im Krankenhaus angegeben zu haben, dass es ohne Wasser in den Beinen wohl 59 Kilo seien. Aber es ändert nichts daran, wie ich aussehe, wie aus dem Leim gegangen… Ich bin so scheiße, ich bin so hässlich, ich bin so widerlich… Als ich nachts weitere Folgen von „Tote Mädchen lügen nicht“ guckte, hielt ich plötzlich die ganzen weiblichen Darsteller nicht mehr aus, vor allem die dunkelhäutigen, mit ihren dicken Lippen die ganzen sexuellen Anspielungen… Und ich sah sie, sah sie nackt, schloss von diesen Lippen auf den Intimbereich und zwischen ihren Beinen monsterhafte Genitalien! Wie mit Blumenkohl bewachsen! Ausladende, fleischige, wulstige Schamlippen!!! Und plötzlich waren nicht mehr die Männer die Täter, nein, ganz im Gegenteil, die Frauen waren die dreckigen Schlampen!!! Und ich verstand einfach nicht mehr, wie Männer Sex schön finden können, indem sie wiederum ihr Geschlechtsteil in dieses ekelhafte, alienhafte, schleimige Fleischgewächs stecken, das nur trieft, nässt, suppt, eitert!!!

An diesem Punkt nahm ich mich selbst zurück, nahm ich selbst an die Hand, oder bleiben wir bei dem Bild dass es Rotzie war, die mich beiseite nahm und zu mir sagte:

DAS kann doch kein Zufall sein!!! Wenn nichts passiert wäre, warum ist dann deine Sexualität so verschroben, so gestört, so beschädigt?!!! Beinahe entsteht der Eindruck, dass dich eine Frau missbraucht hat!!

Ich krieg das Bild nicht mehr aus dem Kopf und ich bin felsenfest davon überzeugt, auch oder ganz besonders gerade dann wenn ich an mich selbst denke, an meinen Unterleib, dass er GENAU so aussieht wie in dieser verdrehten Vorstellung! Mir ekelt vor allem Frauen und ganz besonders von mir selbst!!! Soviel zu den Worten der Psychologin, die ich im Video zitiere: „Das eben das bisschen Vernachlässigung bereits ausreicht, um eine dissoziative Störung auszubilden!“. Das glaube ich nämlich nicht. Denn so schlimm war die Vernachlässigung nicht…

15:50
Gerade eben lachte ich mich noch kaputt, musste so herzlich lachen, über meine eigene Arbeit, die Animation von gestern, die ich heute noch vertont habe… „Das sollte lustig genug sein, um die ganzen blutigen Passagen dazwischen aufzuwiegen!“…
Und plötzlich, schlagartig, wie aus dem NICHTS ist die Hand gelähmt. Kann die Maus nicht bedienen, die Stöpsel nicht in meine Ohren stopfen, die Arme nicht heben, mich nicht bewegen! Bestrafung? Für das Eigenlob, weil Eigenlob stinkt? Weil NICHTS, was aus meiner Feder stammt, jemals GUT sein darf, kann, ist?!!! Und wieder, wie verlockend die beiden Blisterpackungen mit dem Morphium direkt vor mir auf dem Tisch. Bereits heute Morgen, der ist eine Kleine aus der Dose gefallen und anstatt sie wieder rein zu stecken hätte ich sie am liebsten geschluckt. Und ICH will KEIN Junkie sein??? Mir fehlen die Argumente…

17:24
Mir die Birne mit Tramal vollkleistern. Weil die verspätete Mittagsdosis worher mit so benutzerfreundlicher Watte um die Ecke kam…
Doppelte „Maximaldosis“. Weil ich faule Sau sitzen bleibe, keinen Spaziergang versuche, von der Videoarbeit gefesselt bin…

19:48
Speiübel. Panik,weil der Tag vorbei ist. Rammstein donnert aus meinem Handy: „DEUTSCHLAND!!!“…

7. September 2019, Samstag „Die Schuldfrage!“

12:57
Ich bin an allem schuld! Ausnahmslos! Aber wusste ich das nicht schon immer?!
Ich benötigte noch eine kurze Aufnahme für meinen Film, von dem nun gerade einmal 50 % fertig geschnitten sind. Dabei lasse ich mir von meinem Diktierprogramm noch einmal den Artikel über die Sehnerventzündung vorlesen. Und las selbst weiter oben noch ein paar Zeilen. Da ist die Rede von Ruhe und Schonung. Dass diese bereits zur Linderung führen. Und ich habe nichts davon getan, ganz im Gegenteil!
Also bin ich selber schuld daran, dass ich nicht mehr richtig sehen kann!!!
Meine Ärztin rief gestern ganz spät an, ich hätte ja meinen Blutstatus erheben lassen sollen, zwecks Hepatitis. Das hatte ich natürlich längst vergessen, meine mich aber daran erinnern zu können, beim Abschlussgespräch wiederum gebeten zu haben, mir alles haarklein aufzuschreiben. Und soweit ich weiß, stand dann davon nichts im Befund.

Also nächste Woche wieder Krankenhaus, mein Hausarzt nimmt bei mir kein Blut ab. Und wieder Zahnärztin? Jetzt ist da die Kunststoffblende vom Schneidezahn auch noch abgebrochen! Und so läppern sich die Termine, mehr und mehr und mehr.
Es ist nicht fair… Da ging es mir die letzten Tage trotz dieser Umstände und Panik physisch plötzlich wieder grandios, und nun, da es regnet, es kühl ist, alles perfekt wäre, breche ich erneut in mich zusammen. Ich konnte wieder frei stehen beim Zähneputzen!! Aber bereits gestern verabschiedete sich meine Rechte, quittierte den Dienst. Auch zu den Attacken sei etwas gesagt, diese endeten plötzlich abrupt irgendwann am Vormittag. Keine Ahnung, warum. Aber ist war es nach Kortison nicht IMMER so?
Mein Hirn funktioniert nicht mehr, ich kann nicht denken und habe Lust mich abzuschießen, weil mein Körper mich sabotiert. Jedem Tierchen sein Pläsierchen…
Ich habe keine Zeit! Mir läuft die Zeit davon! Weiter arbeiten…

DAS IST KEINE ARBEIT, DU FAULE, FETTE SAU!!!

21:39
Ich habe das Gefühl, ALLES falsch gemacht zu haben. Dabei feilte ich seit Stunden an einer wenige Sekunden dauernden Animation, bis ins kleinste Detail… Ich mache alles falsch! Denn hier zu sitzen und akribisch das Video voranzutreiben, ist schlecht für den Körper! Ich hätte mich bewegen sollen! Meine Füße werden wieder dick geschwollen sein! Egal, wie ich es mache, ich mache es falsch!
Zudem… Nachmittags 2,6 mg und vor drei Stunden 2,6 mg Hydal… NICHTS habe ich davon gespürt, GANZ und GAR NICHTS!!! Es macht mich wütend, die Unruhe wie ein Schwelbrand im Hintergrund… Er ist wieder nach oben gegangen, dabei wollten wir heute Abend einen Film kucken. Ich denke, ich muss mich verletzen… Er bestellt mir Liebe Grüße von einer Bekannten und ich knurre nur. Was für eine undankbare Schlampe! Die Aufmerksamkeit nicht wert!!!

6. September 2019, Freitag „Aus dem Ruder gelaufen…“

8:22
61,3 um 7. alles an mir schmerzt, und da ist es gerade Sebastian, der MIR sagen muss, was schief läuft: „Das sind deine Wassereinlagerungen, wie jedes Mal.“.
Und das gestern? Was sollte das? Wie steigert man das Wörtchen Panik? Raus, raus, RAUS aus dem Haus!!! Um dann unterwegs weitere 2,6 mg Hydal zu schlucken und mich in einem kleinen Waldstück dort mitten auf der Straße aufzuschlitzen, auf den nagelneuen, brandneuen Asphalt zu bluten und eine Pfütze zu hinterlassen. Ganz zu schweigen vom Rollstuhl, den ich komplett eingesaut habe. Das Magenflattern… Hatte ich beim Spazieren unserer Nachbarin gegenüber mich zu abwertend über meine Mutter geäußert? Musste ich bestraft werden? Das Ende vom Lied? Mich unterwegs zweimal übergeben! Wunderschön peinlich, ich hoffe, irgendjemand konnte mich beobachten, wie ich da im Strahl links über die Armlehne kotze! Zuhause einfach nur froh, dass kein Auto mehr da war. Und ließ meinen Kopf auf den Tisch auf der Terrasse knallen. Schlief immer wieder kurz ein. Um dazwischen zu kotzen. Was für Kopfschmerzen! Was für Verspannungen im Rücken! Was für ein Stressgefühl im Magen! Was für eine Panik!

Und jetzt? Jetzt warte ich darauf, dass meine Neurologin zurückruft, was die Unruhe erst recht zu schüren weiß. Sehe ich heute noch schlechter als gestern? Oder liegt das an der schmutzigen Brille? 1,3 mg Hydal.

9:41
Schlagmüdigkeit. Unfähig.
47 Minuten zumindest groben Schnitt betreff end „fertig “.

10:31
ACHJA???!!! Und, kaum allein, als ich nach dem Mittagessen aufstand, um loszufahren, zu türmen, entleerte sich meine Blase EINFACH SO, ohne Vorwarnung!